04.08.

Salzburg 20.16

200 Jahre Salzburg in zwei vergnüglichen Stunden

Die Salzburger Fremdenführer bieten im Rahmen des Jubiläumsjahres 2016 kostenlose Spezialführungen quer durch 200 Jahre Geschichte. Gerade die hohe Quote heimischer Teilnehmer macht aus dem Spaziergang ein Ereignis, das Lust auf mehr macht.

Kurioses und Heiteres steht auf dem Programm der kostenlosen Sonderführungen der Salzburger Fremdenführer, die an jedem zweiten Freitag im Monat angeboten werden.  Der rege Andrang beim letzten Termin im Juli zeigt, dass die 200-jährige Zugehörigkeit Salzburgs zu Österreich vor allem in der heimischen Bevölkerung beachtliches Interesse hervorruft. Die Gruppe ist so groß, dass sie geteilt werden muss – zum Glück haben sich alle Teilnehmer vorab angemeldet, denn dafür braucht es freilich eine zweite Führerin.

Startpunkt Chiemseehof
Im Chiemseehof beginnt die Führung. Schon die ersten Minuten machen klar, dass die meisten Teilnehmer wohlvorbereitet sind. Jede Anekdote aus dem Mund der Führerin ruft Assoziationen, Ergänzungen und vor allem kluge Fragen hervor. Auf das gängige Bonmot zur Zeit um 1816 – „Da ging es uns dreckig, dann ging es bergab“ – kommen beispielsweise detaillierte Auskünfte von Teilnehmern, warum das Leben damals ganz und gar nicht einfach war.

Zweiter Weltkrieg, Mozart-Groupies und Streitgedichte
Auf dem Papagenoplatz vollzieht sich eine Zeitreise, hier steht vor allem der zweite Weltkrieg im Fokus. Die Beschreibungen aus Thomas Bernhards „Die Ursache“ machen den Schrecken fast  gegenwärtig. Vorbei am geheimen, weil heute privat gepflegten Garten der Trakls geht es zum Mozartplatz. Der hieß vor 200 Jahren noch Michaelerplatz, bis 1829 die ersten Mozart-Groupies gern gesehene Devisen in die Stadt brachten. Erst daraufhin wurde für den eigentlich schon fast vergessenen Sohn der Stadt ein Denkmal errichtet. Nur wo, das war die umkämpfte Frage. Die köstlichen Streitgedichte von damals sollten Pflichtlektüre für heutige Leserbriefschreiber werden.

Handwerker und ihre Geschichten
Weiter geht es über den heute zum Glück nicht mehr mautpflichtigen Mozartsteg in Richtung Steingasse, wo früher alle Wasser-Gewerke ihren Sitz hatten, also Hafner, Wachszieher, Gerber oder Färber. Fast zu jedem Haus hat die Führerin Details, mal sind diese von historischer Bedeutung, mal von kulinarischer – immer aber wissenswert und durch die Teilnehmer außerdem meist noch bereichert: Von Robert Jungk über den Pferdefleischhauer und die „geläufigen Mädchen“ bis hin zur Trachtendynastie und zum Dreißigjährigen Krieg reicht die Themenpalette allein in der Steingasse.

Endstation Sebastiansfriedhof
Durch die Linzergasse geht es in ebenso kurzweiliger Art weiter in Richtung unseres Ziels, des Sebastiansfriedhofs, den man sowieso nicht oft genug besuchen kann. Während dieses Fleckchen inmitten der Stadt allein schon eine unvergleichbare Wirkung hat, so ist der Besuch mit einer kundigen Führerin ebenso zu empfehlen. Die dortige Runde zum Abschluss bietet wie schon die beiden Stunden zuvor unzählige Anhaltspunkte, die dazu einladen, sich intensiver mit der Geschichte Salzburgs auseinanderzusetzen. Insofern erreicht die Sonderführung zum Gedenk- und Jubiläumsjahr genau das, was sie soll. 

 

Weitere Termine:  12.8., 9.9., 14.10. und 11.11. jeweils um 15:00 Uhr, Treffpunkt ist der Chiemseehof

Anmeldung: Unbedingt erforderlich unter +43 662 840406 oder info@salzburg-guide.at

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