"Emporbringung der Musik in allen ihren Zweigen"

Dom-Musik-Verein und Mozarteum

Als Salzburg 1816 dem österreichischen Kaiserreich einverleibt wurde, beantragte Kaiser Franz I. die Organisation einer „anständigen Dommusik“ auf Staatskosten. Es sollte ein Weilchen dauern – aber es kam dann noch weit besser.

Salzburg, Musik und Mozart – diese drei Begriffe sind untrennbar verbunden. Hohe Verdienste um Salzburgs heutige Kultur-Prominenz erwarb sich seit ihren Anfängen die Internationale Stiftung Mozarteum (heute „Stiftung Mozarteum Salzburg), Zentrum der Traditionspflege und des sachverständigen und zeitgemäßen Managements rund um Wolfgang Amadeus Mozarts Leben, Werk und Erbe. Die Entwicklung der weltweit bewunderten und geschätzten Institution zeigt sich spannend und wechselvoll.

Alles begann zu einer Zeit, als es um die Musikpflege in Salzburg gar nicht gut bestellt war. Nach Aufhebung des fürsterzbischöflichen Hofstaates 1803 führte das Musikleben der Stadt ein nur mehr kümmerliches Dasein. Es fehlte vor allem an guten Instrumentalisten; keine übergeordnete Stelle konnte es sich leisten, Musiker fest anzustellen und ihnen damit soziale Sicherheit zu bieten.

Dies sollte sich erst 1841 zum Besseren wenden – in dieses Jahr fiel die Gründung von Dom-Musik-Verein und Mozarteum, auf dessen Initiative man 1842 bei der Enthüllung des Mozart-Denkmals ein erstes Musikfest in der Stadt veranstaltete. Als Ehrenmitglieder der Gruppierung fungierten damals viele berühmte Komponisten – Diabelli, Lortzing, Mendelssohn-Bartholdy, Meyerbeer, Neukomm, Schumann –, auch Musikdirektoren, Hofräte, Kunsthändler, Äbte, Professoren, Mediziner, hohe Beamte, Sänger, Musikalienhändler, Redakteure, Bürgerliche, Pianisten, Hof- und Domkapellmeister, Verleger, Bibliothekare ... alle Bevölkerungsschichten Salzburgs halfen dem Verein, häufig gespendet wurden Musikalien, Schullehrer kopierten zahlreiche Notenblätter. Konstanze Nissen beteiligte sich mit 400 Gulden. Private, Kaufleute, Geistliche, Fabrikanten, Studierende zählten zu den ausübenden Mitwirkenden in der Instrumental- und Volksmusik.

„Ein stabiler Cadre aus Meistern der Tonkunst“ sollten die Dommusiker mit fixer Besoldung sein. Der Verein lebte von Beiträgen der unterstützenden Mitglieder, von Geschenken und Legaten, von Zahlungen des Domes – als moralische Person war er die erste und vorzüglichste Kraft –, von öffentlichen Konzerten und vom Unterrichtsgeld. Zur Erhaltung der musikalischen Schätze und zur Ausbildung von jungen Talenten wurde das Mozarteum als Lehranstalt für Instrumentalübungen und Singschule ins Leben gerufen; vorerst nahm man nur Knaben und junge Männer auf. Wenn es die Kräfte des Vereines erlaubten, konnte der Unterricht auch für das weibliche Geschlecht erweitert werden, „jedoch jedenfalls abgesondert“.

Zu Anfang belasteten wirtschaftliche Sorgen den jungen Verein, einen großen Schritt vorwärts bedeutete dann das Vermächtnis von Franz Xaver Mozart, der 1844 verfügte, dass die in seinem Besitz befindlichen Manuskripte und Autographen des Vaters, mehrere Familienporträts und die Büchersammlung dem Mozarteum ausgefolgt werden sollten. Sein Bruder Carl schloss sich mit der Gabe der Klavierauszüge von Opern und Singspielen an. Diese Kostbarkeiten bilden bis heute Grundstock des Archivs und der Bibliothek.

 

Die musikalische Stärke Salzburgs manifestiert sich international

Aus der Keimzelle des Dommusik-Vereins, gegründet zum 50. Todestag Mozarts, ging eine einzigartige Diversität hervor:

  • Die Universität Mozarteum, renommierte Ausbildungsstätte für junge Künstler aus aller Herren Länder.
  • Das Mozarteumorchester Salzburg, begonnen als freie Orchestergemeinschaft von Lehrenden und Studierenden.
  • Last, not least die Stiftung Mozarteum Salzburg – 2010 erhielt sie ihren aktuellen Namen. Sie besteht gegenwärtig als privater, unabhängiger Verein und ist vor allem in den Kernbereichen Konzerte, Museen und Wissenschaft aktiv. Die Vernetzungen der in ihrem Rahmen tätigen Künstler und Wissenschaftler reichen über alle Kontinente.
nach
oben