Mehr Museen und mehr

Mehr Museen und mehr

Ob naturwissenschaftlich oder künstlerisch interessiert – Fülle allerorten

Die Schnürlregentage muss man in Salzburg nicht fürchten. In der Museumslandschaft gibt es so viel zu erkunden, ein einziger Besuch kann mitunter gar nicht ausreichen ... Möchten Sie eine Zeitreise antreten, um mit den Fürsterzbischöfen durch ihre exklusiven barocken Wirkungswelten zu wandeln, oder im White Cube über komplexe zeitgenössische Kunstleistungen reflektieren – oder noch lieber mit leichtem Gruseln dem Tyrannosaurus Rex ins starre Auge blicken?

Aktuell ist der Rundgang durch das DomQuartier Salzburg wohl das Erlebnis schlechthin. Dom und Residenz sind das historische Herzstück der Stadt und ihrer Anmut und Macht. Im Mai 2014 wurden die räumlichen Verbindungen zur Benediktiner-Erzabtei St. Peter und der Franziskanerkirche nach 200 Jahren erstmals geöffnet: Das DomQuartier ermöglicht einen Weg um den Domplatz in der „oberen Etage“ und gewährt neue und imposante Ausblicke auf die Stadt und die Stadtberge sowie unbekannte und prachtvolle Guckkasten-Einblicke in ihre historische Kulisse. Herrschaftsgeschichte, Kunstgeschichte und Architektur werden in einem einzigartigen Zusammenspiel präsentiert. Im Weißen Saal der Residenz erfolgte am 1. Mai 1816 auch die formelle Übergabe von Salzburg an Österreich. Eine Installation wird daran erinnern.

Am Mönchsberg-Felsen thront das Museum der Moderne Salzburg. Die vorerst skeptisch betrachtete „Schachtel“, verkleidet mit Untersberger Marmor, ist aus dem Bild und Geschehen der Stadt längst nicht mehr wegzudenken. Ihre schlichte architektonische Hülle birgt das ganze Jahr über Ausstellungen, Sammlungs-Präsentationen, Medienkunst, Performances und das Programm ergänzende Veranstaltungen. Auf 2300 Quadratmetern wird Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts – mit allen ihren Herausforderungen – gezeigt und alles Wissenswerte darüber kommuniziert.

Im Jahr 2014 wurde dem Museum die prominente und repräsentative Sammlung der Generali Foundation als Dauerleihgabe anvertraut. Im selben Jahr konnte das Museum den ihm benachbarten Amalie-Redlich-Turm eröffnen – als Anerkennung für unbürokratische und schnelle Restitution von Klimts Gemälde Litzlberg am Attersee ermöglichte Mrs. Redlichs Erbe den Ankauf und die Renovierung des mittelalterlich anmutenden Wasserturms, der nun die Abteilung für Kunstvermittlung und eine Studio-Wohnung für Artists-in-Residence beherbergt.

Hervorgegangen ist das Museum aus den Beständen des Rupertinums, heute Pied-à-terre der Institution in der Altstadt. Die adaptierten Räumlichkeiten des frühbarocken Palais im Festspielbezirk eignen sich hervorragend zur „intimeren“ Ausstellungsgestaltung von Grafiken und Fotoarbeiten. Die dem Haus integrierte Österreichische Fotogalerie als bedeutendste Sammlung zeitgenössischer österreichischer Fotografie geht auf den Gründungsdirektor Otto Breicha zurück.

Hochkarätiger Skulpturenparcours

Bei Neugier auf Kunst im öffentlichen Raum kommt man in Salzburg nicht vorbei am Walk of Modern Art der Salzburg Foundation. In Kooperation mit der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn lädt die Foundation seit 2002 jährlich internationale renommierte Künstler ein, ein Werk im Dialog mit der kulturellen Salzburger Tradition zu realisieren – zum Beifall des internationalen Feuilletons und zur Begeisterung von Kuratoren, Museumsfachleuten, Künstlern und natürlich der Kulturtouristen.

Ein Universalmuseum der Naturwissenschaften

(c) HdN Simmerstatter
(c) HdN Simmerstatter

Mit seiner Ausstellungsfläche von 7000 Quadratmetern ist das Haus der Natur gegenwärtig das größte Museum in Salzburg. Die Leitung hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst abwechslungsreich und informativ verschiedenste Bereiche der belebten und unbelebten Natur vorzustellen – Biologie, Ökologie, Erdwissenschaften und Astronomie, Grundlagen der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in der Technik. Das Drei-Sparten-Haus bietet eine klassische Naturkunde-Sammlung, eine Zoo-Abteilung und ein spannendes Science-Center. Eine neue Weltraumhalle lädt ein zu außerirdischen Exkursionen, Fütterungen von Oktopus, Hai und Piranha darf man im Aquarium beobachten. Wechselnde Themen-Ausstellungen bringen viele große und kleine Hobby-Forscher auf den Weg.

(c) HdN Simmerstatter
(c) HdN Simmerstatter

Für das Jubiläumsjahr 2016 plant das Haus der Natur die große Sonderschau „200 + Jahre MENSCH & Natur in Salzburg“ über die Entwicklung unseres Naturraumes als Lebensgrundlage für die Menschen im Land Salzburg. Der Blick zurück beschreibt exemplarisch den Wandel der Natur und Landschaft Salzburgs im Laufe der letzten 200 Jahre.

Zusätzlich kommt dem Haus der Natur eine wichtige Rolle als Natur-Kompetenzzentrum für Stadt und Land Salzburg zu. Das neu gegründete Biodiversitätszentrum beherbergt die naturwissenschaftlichen Landessammlungen und führt eine umfangreiche Datenbank zur Dokumentation und Analyse der Tier- und Pflanzenarten in Stadt und Land Salzburg sowie im Nationalpark Hohe Tauern.

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