Up in the air
(c)Salzburg Airport

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80 Jahre Salzburg Airport

Das erste Flugobjekt über Salzburg war 1811 der Überlieferung nach – ein Heißluftballon. 1823 begann die Historie der hiesigen Luftfahrtgeschichte mit der Gründung einer einschlägigen Gesellschaft durch den selbst ernannten „Luftschiffer“ Joseph Wibmperger. 2014 wurden 1,8 Millionen Passagiere am Salzburger Flughafen W. A. Mozart abgefertigt – die meisten davon Touristen. Der milliardenschwere Wirtschaftseffekt dieser kräftigen Entwicklung ist ein konstituierender Faktor für den Erfolg der Region. Ohne den Flughafen wäre das Fremdenverkehrs-Aufkommen in seiner heutigen Form kaum denkbar.

1925 wurde in Salzburg eine „flugtechnische Arbeitsgemeinschaft“ gegründet, Mitglieder waren ehemalige Feldpiloten, Flugtechniker und Flugsportbegeisterte, ein Landeplatz in Maxglan wurde eingeebnet, der fünfte Flughafen in Österreich.

Der erste Linienflug von München nach Salzburg landete am 16. August 1926 mit einer Fokker Grulich F II im Zeichen Deutsche Luft Hansa. Die Zwischenkriegszeit charakterisierte ein reger glamouröser Regionalflugverkehr – die Reichen und die Schönen, Filmstars und Globetrotter kamen für einige Stunden im Grandhotel zu Fünfuhrtee oder Cocktailstunde von Wien ins Salzkammergut angeflogen.

Nach 1945

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1954 ermöglichte die amerikanische Besatzungsmacht die Schulung von Piloten, obwohl Österreich erst 1955 die Lufthoheit wiedererhielt. Von da an ging es steil aufwärts. Immer wieder verbesserte Nacht-, Schlechtwetter- und Navigationshilfen ließen den Flughafen, der heute über die modernsten Einrichtungen verfügt, stets interessanter werden. Mit der wachsenden Bedeutung Salzburgs als Kultur-, Freizeit- und Sport-Destination stieg der Bedarf an dem schnellen und bequemen Transportmittel. Die Stadt beherrschendes Thema war in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre die Diskussion um den Flughafenausbau. In den 1960ern startete die Salzburg Flughafen GmbH eine umfassende Modernisierung und Erweiterung des Flughafens.

Am 26. September 1968 landete mit einer Boeing 737 der Lufthansa erstmals ein Flugzeug dieses Typs. Die 1970er Jahre brachten Proteste der Anwohner und der beginnenden Ökologiebewegung, die den Flughafenbetreiber veranlassten, in den Lärmschutz zu investieren und eine strenge Betriebszeitregelung einzuhalten. Mit dem beginnenden Zeitalter der Düsenflugzeuge und durch die steigende Beliebtheit von Flugreisen stiegen die Bewegungen stark an, wodurch in diesem Jahrzehnt der Segelflugbetrieb eingestellt werden musste.

Anfang der 1990er Jahre wurde die Piste verbreitert, um sowohl dem zunehmenden Verkehr als auch den immer strengeren Sicherheitsvorschriften gerecht zu werden. Zur gleichen Zeit entstanden am Nordwestteil des Flughafens einige neue Hangars.

Der Flughafen Salzburg verfügt über zwei Terminals. Diese können bis zu 1400 Passagiere pro Stunde abfertigen und verfügen über 17 Parkpositionen. Der Amadeus Terminal 2 ist auf den starken Verkehr der Samstage des Wintercharterverkehrs ausgelegt, bedeutet aber ebenso eine Vorbereitung auf eventuelle Kapazitätsengpässe. Im Abfertigungsgebäude ist im Keller eine Gepäcksortierungsanlage eingebaut. Neben der Funktion als Terminal wird das Gebäude auch für kulturelle Veranstaltungen benutzt. Auf dem östlichen Flughafenareal befindet sich ein Frachtterminal. Auf 2300 m² Lagerfläche und 1600 m² Bürofläche wird von hier aus Fracht abgefertigt. Da es jedoch am Flughafen Salzburg keine reinen Frachtflüge gibt, wird diese lediglich unterflur in Passagierflugzeugen mittransportiert. Der Terminal hat eine Kapazität von 11.500 Tonnen Fracht pro Jahr. Im Terminalgebäude befinden sich zwei Gefahrenguträume, die jeweils durch Schleusen betreten werden können, sowie ein Tiefkühl- und ein Kühlraum zur Abfertigung von Spezialgütern.

Nicht ganz einfache Zeiten bescherte der Leitung des Salzburger Flughafens der sogenannte „Fluglärmstreit“ zwischen Salzburg und Bayern, der sich durch die laufend erhöhte Anzahl von Flugbewegungen über der Grenzstadt Freilassing im Jahr 2011 erheblich verschärfte. Nach der Eskalation 2013 – ein mögliches Aus für den Flughafen drohte durch Verordnung des deutschen Verkehrsministers – werden nun Lösungen in der Berechnung neuer Routen gesucht, die nicht über dicht besiedeltes Gebiet führen.

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