Genius Loci in Bronze

Klassisch Ästhetisch Zeitlos

Am 12. August 1835 veröffentlichte der „zugereiste“ Schriftsteller Julius Schilling (Posen 1800–1870 Salzburg) in der Kaiserlichen-königlichen privilegierten Salzburger Zeitung seine Idee der Errichtung eines Denkmals für den großen Sohn der Stadt. Dieser ersten Würdigung sollten unzählige folgen. Heute zeigt sich die Verehrung für Mozart intensiver denn je, sein Name zählt zu den umsatzstärksten Marken der Welt – die Wirkung seiner Musik lässt sich allerdings kaum in Zahlen messen. Das Epizentrum dieses Ruhmes liegt in Salzburg.

Das allererste Salzburger Musik-Festival – es brachte die ganze Stadt auf die Beine – fand schon im Jahr 1842 statt! Anlass war die feierliche Enthüllung des Mozart-Denkmals, die Bevölkerung wurde zu den Kunstgenüssen noch großartig mit Fackelzug, Schifffahrt, Alpenzug, Scheibenschießen, Pferderennen unterhalten.

45 Jahre nach dem Tod des Wolfgang Amadeus, als Rebell und Visionär zu Lebzeiten in seiner Salzburger Jugend nicht immer hoch geschätzt, war ein neues Bewusstsein in der Geburtsstadt des hier lang verkannten Genies erwacht. Nach dem ersten Appell des kunstsinnigen Julius Schilling fand die Bewegung bald ein breites Echo. Zur Finanzierung des Salzburger Monuments fanden viele Benefiz-Konzerte im In- und Ausland statt, etwa in Darmstadt, Laibach, Berlin, Stuttgart, München, Preßburg, Stockholm, Wismar, Kassel, Bayreuth, Waidhofen/Ybbs und in Wien. Als Auftraggeber fungierte nominell ein privates „Comitée“ kultivierter Salzburger, das sich 1836 aus Mitgliedern des Museum-Vereins konstituiert hatte.

 

Prominente Unterstützer – ein Fest als Vorläufer des Festivals

Neben Mäzenen aus Bürgertum und Adel spendete Kaiserin Caroline Augusta, auch deren Bruder, Bayernkönig Ludwig I., erwies sich als bereitwilliger Unterstützer. Er steuerte persönlich die stattliche Summe von 400 Gulden bei und stiftete außerdem den Sockel aus Untersberger Marmor, auf dem die von Ludwig Schwanthaler entworfene und vom Münchner Spezialisten Johann Baptist Stiglmayer gegossene Figur ihren Platz fand.

Joh. W. v. Goethe
Aber freilich, eine Erscheinung wie Mozart bleibt immer ein Wunder, das nicht weiter zu erklären ist
Joh. W. v. Goethe

In Anwesenheit der beiden Söhne des Meisters, Franz Xaver und Carl Thomas Mozart, wurde die drei Meter hohe Statue auf dem fast drei Meter hohen Sockel am 4. September 1842 in einer glanzvollen Zeremonie der Stadt übergeben.

51 Jahre nach Mozarts Tod geschah die symbolische Heimholung. Die Tage in diesem fernen Spätsommer bedeuteten eine Initialzündung für die nachhaltige Etablierung Salzburgs als Kulturstadt und die Entwicklung eines neuen und sensationell boomenden Wirtschaftsfaktors. Die Besucherströme reißen seither nicht ab, Kunstexperten aller Sparten treffen hier auf neugierige und beflissene, ambitionierte und passionierte, altgediente und neu begeisterte Mozart-Rezipienten.

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