Ungezähmte Wildnis
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Ungezähmte Wildnis

Magische Momente im Reich von Adler, Steinbock und Murmeltier

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Mit 1856 Quadratkilometern umfasst der Nationalpark Hohe Tauern das bei weitem größte Schutzgebiet im europäischen Alpenraum.

Die speziellen klimatischen, geologischen, hydrologischen und topografischen Verhältnisse bedingen die hohe Vielfalt an Ökosystemen mit ihren speziellen Lebensgemeinschaften. Die vitalen Tierpopulationen und vielfältigen Pflanzenwelten des Nationalparks Hohe Tauern sind repräsentativ für alle Höhenstufen der Alpen.

Durch die Größe und Ungestörtheit des Gebiets wird ein stattlicher Ausschnitt, nämlich mehr als ein Drittel aller in Österreich nachgewiesenen Pflanzen und etwa die Hälfte der Tierarten (Säuger, Vögel, Reptilien, Amphibien) im Gelände des Nationalparks Hohe Tauern geschützt. Dieser alpine Genpool macht ökologisch-evolutive Prozesse möglich, die langfristig das Überleben und die Weiterentwicklung alpiner Arten sichern.

Der Park erstreckt sich über weite alpine Urlandschaften wie Gletscher, Felswände, Rasen und bergbäuerliche Kultur- und Almlandschaften. Neben seiner Funktion als Erholungsgebiet für Mensch und Natur ist der Nationalpark Hohe Tauern auch für Österreichs Forschung im Bereich Klima maßgeblich. Wichtige Initiativen befassen sich mit der Massenbilanz und dem Abschmelzen der Gletscher, der Überwachung des Permafrostes oder der Wiedereinbürgerung der Bartgeier im Alpenraum.

Der Nationalpark liegt in den Grenzbereichen der Bundesländer Salzburg, Kärnten und Tirol. Formal wurde seine Einrichtung 1971 in Heiligenblut durch die Unterzeichnung der sogenannten Dreiländervereinbarung durch die drei Landeshauptleute beschlossen. Damit hängen seine Gründungsphasen zusammen, denn die einzelnen Schritte zogen sich in den drei Ländern unterschiedlich und über mehrere Etappen von 1981 bis 1992 hin. Dann folgten mehrere Erweiterungen, zuletzt 2011 im Bereich der Kärntner Fleißtäler.

Es grenzt aus heutiger Sicht an ein raumordnerisches Wunder, dass der Nationalpark Hohe Tauern über Ländergrenzen hinweg eine Fläche von rund 1800 km² – dies entspricht einer Ausdehnung von 4000 Quadratkilometern in der Ebene – einnimmt. Vorerst musste jedoch mit weit über 1000 Grundbesitzern das Einvernehmen für die geltenden Nationalparkgesetze und Grenzziehungen hergestellt und zahlreiche politisch hochbrisante Nutzungskonflikte mussten entschärft werden.

Die Philosophie

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Die grandiose alpine Urlandschaft wird in ihrer Schönheit und Ursprünglichkeit erhalten. Oberstes Ziel ist der Schutz der für das Gebiet charakteristischen Tiere und Pflanzen und die Bewahrung ihrer Lebensräume.

Geschaffenes pflegen: Erhaltung der traditionellen Kulturlandschaft in der Außenzone, der über die Jahrhunderte sorgsam und mühevoll gepflegten Almen.

Unbekanntes erforschen: Geheimnisse des Lebens erforschen und veröffentlichen.

Großartiges teilen: einem möglichst großen Kreis von Menschen ein unmittelbares und seltenes Naturerleben ermöglichen.

Die Ranger – kompetente Vermittlung unter freiem Himmel

Ranger führen nicht nur Exkursionen durch die Schutzgebiete, um auf diesem Weg der Bevölkerung Natur und Naturschutz näherzubringen. Sie erfassen und beobachten auch die im Nationalpark beheimateten Arten und dokumentieren mögliche Veränderungen des Naturraumes. Außerdem kontrollieren sie auch Informationstafeln, Lehrpfade, Hinweisschilder, Unterstände und Hütten und kümmern sich um deren Instandhaltung. Ihre spezifizierte Ausbildung in Naturraummanagement, Wetterkunde, Zoologie, Botanik und Geologie macht sie zu besten Botschaftern des Naturschutzes.

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