22.05

bis

31.12

Die Bändigung der Enns
(c) Hoamathaus Altenmarkt

Die Bändigung der Enns

Gefahrenabwehr - damals und heute - Hochwasserschutz

Das karge Leben der Bewohner im oberen Ennstal war jahrhunderte lang geprägt von den Gefahren und Überschwemmungen, die von der Enns ausgingen bzw. die dieser Fluss mit sich brachte.

Die Bändigung der Enns war für viele eine Überlebens- und Schicksalsfrage! Die Ausstellung spannt daher einen Bogen vom 17. Jahrhundert bis in die heutige Zeit: Von Fürst-Erzbischof Paris Lodron, der sogar Santino Solari nach Altenmarkt entsandte, über die Zeit der Monarchie, wo die Bemühungen die Enns zu bändigen, immer wieder von Kriegen unterbrochen wurden, bis zur Ennsregulierung von 1948 bis 1972 und den äußerst effizienten Verbauungsmaßnahmen der letzten 3 Jahre.

Als im Jahr 1816 Salzburg zu Österreich kam, gab es weitere Initiativen zwecks Flussverbauung und vor allem wurden in der Folge finanzielle Mittel bereitgestellt. Die entscheidenste Voraussetzung für die wirksame Umsetzung der Enns-Gefahren-Abwehr schuf das Reichs-Wasser-Gesetz aus dem Jahre 1869!

Diese Sonderausstellung soll auch zeigen, wie der versumpfte Ennsboden in ertragreiche landwirtschaftliche Nutzflächen bzw. in hochwertige Wohn- und Gewerbegebiete umgewandelt wurde. Während es in früherer Zeit die Aussage gab „Wir konnten weder im Sommer noch im Winter trockenen Fußes in die Kirche gehen“ waren alle Verbauungen der Enns, aber auch des Zauchbaches, die maßgebenden Grundlagen, dass sich Altenmarkt zu einer in vielerlei Hinsicht prosperierenden Gemeinde im Ennspongau entwickeln konnte.

Dass Altenmarkt nun sogar vor einem 100-jährigen Hochwasser geschützt ist, ist auf mehrere Umstände zurückzuführen. Grundlage war ein positiver GV-Beschluss im Jahr 2002, unzählige Besprechungen und Planungsvorarbeiten bis zur Erstellung eines aktuellen Gefahrenzonenplanes mit modernsten Vermessungs- und Berechnungsmethoden im Jahr 2007.

Die gemeinsame Entwicklung der Hochwasserschutzprojekte für Flachau und Altenmarkt war Funktionsvoraussetzung für das ganze Projekt, die bauliche Umsetzung erfolgte in zwei Bauabschnitten. Bauabschnitt 1 war die Errichtung des Rückhaltebeckens im Jahr 2013; im Bauabschnitt 2 wurden die Linear-Maßnahmen entlang der Enns in den Jahren 2014 und 2015 gesetzt. Die Gesamtkosten betragen ca. € 10.000, die zu 84% vom Bund und zu 16% von der Marktgemeinde Altenmarkt bzw. den Genossenschaftsmitgliedern getragen werden. Mit diesen umfassenden Maßnahmen werden aktuell 1.228 Nutznießer in Altenmarkt geschützt.

Mit BH-Bewilligung vom 1. Juli 2014 wurde die Hochwasserschutzgenossenschaft Enns-Altenmarkt gegründet, deren Obmann Bürgermeister Rupert Winter ist. Altenmarkt und die geschützten BürgerInnen können sich freuen: die Enns ist gebändigt!

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