24.04

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16.10

Not macht erfinderisch
(c) Museum zum Pulvermacher: Die Theuerungsrate bei Brot war enorm und Vorderseite: historisches Kinderklo der Pulvermacher

Not macht erfinderisch

Wie die Menschen auf die Hungerkatastrophe vor 200 Jahren reagierten

Durch den Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora verdunkelte sich der Himmel über Europa 1816 so sehr, dass es sogar im Sommer schneite. Ernten fielen aus und es kam in den Jahren 1816 und 1817 zu verheerenden Hungersnöten.

Die Sonderausstellung „Not macht erfinderisch“ im Museum zum Pulvermacher in Elsbethen stellt einerseits die politische und wirtschaftliche Situation im damaligen Salzburg dar, und zeigt andererseits auch die kreativen Ideen der Bevölkerung mit der Situation umzugehen und die Hungersnot zu bewältigen. So wurden unter anderem Möglichkeiten entwickelt, Brot ohne Getreide zu backen. Kräuter, Sägemehl und andere „ungewöhnliche“ Zutaten kamen dabei zum Einsatz. Aber auch einige einschneidende Erfindungen, wie z.B. das Fahrrad konnten sich erst auf Grund dieser großen Hungersnot etablieren.

Die Ausstellung geht auch auf die gesellschaftlichen Hintergründe, die zur Hungersnot führten, ein. Zudem wird die extrem hohe Teuerungsrate bei Brot im Vergleich zu anderen Nahrungsmitteln verdeutlicht. Unter dem Motto „Hunger ist der beste Koch“ machen einfache Kochrezepte aus der damaligen Zeit, wie die Rumfordsuppe, die Not und den Umgang damit für jeden nachvollziehbar.

Ein zentrales Element der Ausstellung bildet der volkbildnerische Dialog, den der Arzt Dr. Oberlechner 1816 zur Verbreitung von Ideen zur Bekämpfung der Hungersnot schrieb. Dabei erklärt ein Pfarrer als „weiser Ratgeber und wahrer Vater der Gemeinde“ dem Bauern „Sorgfalt“ wie dieser beispielsweise unreifen Weizen verarbeiten soll. Durch die Darstellung von Pfarrer und Bauer sollten die Erklärungen für die Menschen leichter verständlich und von ihnen angenommen werden. Der Dialog wurde auszugsweise nachgestellt und ergänzt auch als Film die Ausstellung.

Als Gegenstück zum guten Menschen, Dr. Oberlechner steht ein „Wucherer“ in der Ausstellung. Er zeigt auf, dass es auch Menschen gab, die die Nöte der Menschen ausnutzten. So horteten diese Getreide um es später zu Wucherpreisen zu verkaufen.

 

Begleitend zur Ausstellung werden Vorträge, Kräuterwanderungen und Kräuterkochen angeboten. Auch der historische Brotbackofen im Museum zum Pulvermacher wird zum Ausprobieren der Brotrezepte in Betrieb genommen.

 

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