08

Juli

Symphonie der Hoffnung

Symphonie der Hoffnung

Mit Musik aus den Fehlern der Vergangenheit lernen

Die Aufführung der Symphonie der Hoffnung durch das SBO - Sinfonisches Blasorchester Pongau (eine gemeinsame Einrichtung des Musikum Salzburg und des Pongauer Blasmusikverbandes) gemeinsam mit Harri Stojka und dirigiert von Johann Mösenbichler, eines großartigen zeitgenössischen Musikwerkes, ist nicht nur ein musikalisches Ereignis, sondern hat einen bedeutenden historischen Hintergrund.

In der Symphonie der Hoffnung werden die tragischen Ereignisse vor 70 Jahren verarbeitet und der Kampf gegen die Euthanasie in der Versorgungsanstalt Schernberg im Pongau und die Deportation der Roma und Sinti in Vernichtungslager thematisiert, ebenso die Ereignisse in St. Johann im Pongau und Goldegg zur Zeit des Nationalsozialismus.

In der Fassung 2011 ergänzt sich das Werk um die tragischen Geschehnisse, die sich vor 60 Jahren zugetragen haben: 1941 wurden 123 Personen aus der Versorgungsanstalt Schernberg, dem heutigen St. Vinzenz Heim in Schwarzach im Pongau, abtransportiert und ermordet. Schwester Anna Bertha Königsegg leistete dem Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten Widerstand und wurde zweimal verhaftet. Darüber hinaus wird in der erneuerten Fassung der Symphonie auch das Schicksal der Roma und Sinti vermehrt thematisiert.

Das Jahr 1941 markiert den Beginn der Deportationen der österreichischen Roma und Sinti. Rund 85 Prozent dieser Volksgruppen darunter ein Großteil von Harri Stojkas Familie kamen in den Vernichtungsstätten des Dritten Reichs um. Insgesamt wurden 123 Menschen nach Hartheim (Oberösterreich) transportiert und dort getötet. Das Leben von Menschen mit Beeinträchtigung wurde als nicht lebenswert abgestempelt.

 

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