09

April

Hexenwahn und Zauberei & Hochkönig

Salzburg Schwerpunkt

Hexenwahn und Zauberei um 9:35 Uhr

Salzburg hält einen traurigen Europarekord: Zwischen 1675 und 1681 wurden in diesem kleinen Land 139 Hexen und Zauberer hingerichtet und verbrannt. Die Opfer dieser beispiellosen Hexenhysterie waren zu 90 Prozent sozial ausgegrenzte Menschen. Ihnen wurde vorgeworfen, ein Bündnis mit dem Teufel geschlossen und Schaden für Mensch und Vieh herbeigezaubert zu haben. Alles, was nicht rational erklärbar war, galt als das Werk von Hexen und Zauberern. Vor allem bei Unwetter, Regen- und Dürreperioden sowie bei Schicksalsschlägen wurden übernatürliche Einflüsse, also "Schadenzauber" vermutet.

Der berüchtigte Jakob Koller vulgo "Zauberer Jackl" löste in Salzburg eine Hexenhysterie aus, der allein im Lungau zwischen 1682 und 1689 34 Menschen zum Opfer fielen. Hier findet man noch die alte Richtstätte, den "Hexenring", alte Pfleggerichte mit Folterkammern, Verhörprotokolle und viele andere Dokumente, die an ein gruseliges Kapitel der Salzburger Landesgeschichte erinnern.

 

Hochkönig - Bergwelt zwischen Pinzgau und Pongau um 15:45 Uhr

(WH am 24.4. um 19:30 Uhr (SALZBURG - Ein Thementag in 3sat)

Aus der ORF-Reihe "Universum" Der Hochkönig, mit 2.941 Metern höchster Gipfel der Salzburger Kalkhochalpen, hat zwei grundverschiedene Gesichter: ein eher zahmes von Norden und - wie es eben zu einem König passt - ein mächtiges, Respekt einflößendes von Süden. Hier, über dem Pongau und Pinzgau stellt sich der "König" mit schroffen, unantastbar scheinenden Kalkmauern dar. Das Alpenreich des Hochkönigs ist ein Lebensraum von erlesener Schönheit

Mit den "Salzburger Kalkhochalpen" wurde und wird ein Landschafts- und Naturschutzgebiet mit reizvoller Vielfalt geschaffen. "Universum: Hochkönig - Bergwelt zwischen Pinzgau und Pongau" taucht in diese reizvolle Vielfalt der Naturschönheiten, der Sagen, der Abenteuer. Und es war wohl eine der bekanntesten österreichischen Sagen, die Regisseur Bernd Seidel zu dieser Dokumentation inspirierte, die Sage von der "Übergossenen Alm": Oben am Berg, in einer Höhe von 2.800 Metern, wo heute Firnfelder und ein kleiner Gletscherrest die Felsen überdecken, soll einst eine blühende Alm gewesen sein. Hier wurden ausschweifende Feste gefeiert und die Almbewohner lebten hochmütig im Überschwang, bis die Strafe des Himmels folgte und die Alm durch ein Unwetter von einer Eis- und Firnschicht überzogen wurde. In einer Sequenz dieses Films stellte Regisseur Bernd Seidel diese Sage mit 20 Laiendarstellern aus der Region nach. Unzählige Kletterrouten durchziehen die Felswände des Hochkönigs.

Und einen großen Teil davon hat ein Mann erschlossen, der weit über die Grenzen Österreichs hinaus zu einem der bekanntesten Kletterer der Gegenwart geworden ist: der Bischofshofener Albert Precht. Sein waghalsiger Stil, vorwiegend allein, ohne Seil und Haken schwierigste Route zu durchsteigen, hob ihn längst in den Olymp der Kletterer. In seinem neuen Buch "1000 + 1 Weg" erzählt er auch von Erstbesteigungen am Hochkönig, seinem "Hausberg". Kameramann Volkmar Voitl und Bergführer Ignaz Gruber begleiteten Albert Precht in die Felsen des Berges und zeigen in spektakulären Bildern vom Hubschrauber aus und am Seil hängend waghalsigste Kletterszenen.

Die Bedeutung der Hochkönigregion wurde einst vor allem durch den Bergbau begründet: Eisenerz in Dienten und Kupfer in Mühlbach, das hier schon von den Kelten gewonnen und über Handelswege weit in den Süden und Norden transportiert wurde. Im Februar dieses Jahres machten Archäologen in Nebra in Sachsen-Anhalt eine wahrhaft sensationelle Entdeckung: Eine knapp viertausend Jahre alte Scheibe aus Gold und Kupfer mit einer der ältesten Darstellungen von Sonne, Mond und Gestirnen wurde gefunden und das Kupfer stammt aus der von dort weit entfernten Hochkönigregion.

Es ist ein beeindruckender Naturpark, die Region des Hochkönigs, im Frühsommer bedeckt von einem Meer von Blumen, durchzogen von kristallklaren Wasserläufen. Im Winter verzaubert eine glitzernde Schneedecke die Hänge in eine Märchenlandschaft und lockt Touristen aus ganz Europa zum Wintersport. Den Zauber dieser heimatlichen Landschaft versuchte "Universum" in einer beeindruckenden Komposition aus Bildern und Musik darzustellen. Eine Dokumentation von Bernd Seidel

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