23

Okt.

Salzburg - Globales Land
(c) Studio West

Salzburg - Globales Land

Film: Familie Dönmez

Das Filmprojekt „Salzburg – Globales Land“ stellt in sechs 30-minütigen Dokumentarfilmen Salzburgerinnen und Salzburger „mit Migrationshintergrund“ in ihrem Alltagsleben und Selbstverständnis in den Mittelpunkt und bietet die Möglichkeit zum Dialog, zum Kennenlernen und zur Diskussion.

 

„Familie Dönmez“

Fatey und Vahap Köse kommen 1974 über das Gastarbeiterabkommen Österreichs mit der Türkei nach Werfen und arbeiten dort im Landesforstgarten. Ihre Kinder folgen ihnen im Verlauf der nächsten Jahre – so auch ihre Tochter Mukaddes mit ihrem Mann Mahmut Dönmez, beide arbeiten zunächst im Gastgewerbe. Sie gründen eine Familie: ihre Kinder Aytac, Orhan und Kübra wachsen in Werfen auf, gehen dort zur Schule. Jede(r) für sich ist ein eigener Kosmos: Aytac ist Rauchfangkehrer und lebt samt Familie in Henndorf, Orhan arbeitet bei der Gewerkschaft GPAdjp in Salzburg. Kübra ist Friseurin. Sie ist gerade Mutter geworden und hat mit ihrem Mann in Schneegattern gerade ihr neues Haus bezogen.

Im Anschluss an die Filme besteht die Möglichkeit zu einem Publikumsgespräch mit den Filmemacher*innen und den Protagonist*innen. Danach laden wir alle Besucher*innen zu weiteren Gesprächen in lockerer Atmosphäre ein, bei einem Buffet mit Imbiss und Getränken.

 

SALZBURG - GLOBALES LAND ist ein Dokumentarfilmprojekt von Studio West. Independent Film im Rahmen von Salzburg 20.16

Der Herbst 2015 hat die Salzburgerinnen und Salzburger hautnah an die globalen Themen Migration und Flucht erinnert und daran, dass Stadt und Land Salzburg über die Jahrzehnte im Zentrum verschiedenster Migrationsbewegungen standen.

In den Wirren nach dem Zweiten Weltkrieg war Salzburg für zigtausende Menschen Zwischen-, oder auch Endstation einer Odyssee. Viele brachen von hier aus in alle Welt auf, um eine neue Heimat zu finden. Viele sind aber auch geblieben und sind inzwischen zu „Einheimischen“, also zu „echten Salzburgern“ geworden. Ihre einst „fremde Herkunft“ spielt längst keine Rolle mehr.

Im Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit folgten die Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter: zuerst aus der Türkei, dann aus dem damaligen Jugoslawien. Etwa 20.000 Menschen aus diesen Ländern arbeiten heute in Stadt und Land Salzburg - viele von ihnen schon in der zweiten und dritten Generation. Die Baubranche, der Tourismus oder auch die Ski-Industrie würden ohne sie still stehen.

Der gewaltsame Zerfall Jugoslawiens führte zur ersten großen Welle von Kriegsflüchtlingen; kaum eine Salzburger Familie aus Ex-Jugoslawien, die davon nicht persönlich betroffen war. Es folgten die Kriegsflüchtlinge aus Tschetschenien, aus Afghanistan, aus dem Irak, in großer Zahl nun aus Syrien...

Doch es gibt auch erfreulichere Gründe für Menschen aus aller Welt nach Salzburg zu ziehen: sei es, dass frau/man der Liebe folgt, sei es, um zu studieren oder eine Ausbildung anzufangen, sei es, um einen Job anzutreten oder das Glück mit einem eigenen Geschäft oder Lokal zu versuchen. Mehr als je zuvor gilt heute also: „Salzburg – Globales Land“.

Das Filmprojekt „Salzburg – Globales Land“ stellt in sechs ca. halbstündigen Dokumentationen Salzburgerinnen und Salzburger „mit Migrationshintergrund“ in ihrem Alltagsleben und Selbstverständnis in den Mittelpunkt und bietet die Möglichkeit zum Dialog, zum Kennenlernen und zur Diskussion.

 

Ein Film von Holger Faby und Hermann Peseckas

Kamera/Schnitt: Holger Faby

Ton/Interviews: Hermann Peseckas

 

Der erste Film in der Reihe, "Die Sućeskas", war bereits im März im Salzburger Das Kino zu sehen, hier der Trailer dazu:

Trailer „Die Sućeskas“

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