08

Juni

Überall nirgends lauert die Zukunft
(c) Mike Größinger

Überall nirgends lauert die Zukunft

Ein Stück über Flucht und Vertreibung

Text von Vladimir Vertlib

Regie Christa Hassfurther

David überlebte als Jugendlicher die Shoah, während seine gesamte Familie von den Nazis ermordet wurde. Nach der Befreiung muss er als so genannte „Displaced Person“ (DP) auf dem Weg nach Palästina mehrere Monate in einem DP-Lager  zubringen.

1946 gelingt ihm die illegale Einreise nach Palästina. Genau 70 Jahre später kehrt er zurück, um vor seinem Tod noch einmal jenen Ort aufzusuchen, wo er die Zeit unmittelbar nach dem Krieg verbringen musste. Doch wo früher das DP-Lager war, sind heute wieder Flüchtlinge untergebracht. Wie einst für David ist die Unterkunft auch für sie ein Ort des Übergangs, ein Neubeginn nach Krieg, Trauma und Verlust, eine Stätte der Hoffnung, aber auch des Schmerzes und der Desillusionierung. Die vermeintliche Sicherheit ist stets bedroht. Es gibt Brandanschläge durch Rechtsradikale, Demonstrationen gegen Flüchtlinge, Terrorverdacht, und die Bürgermeisterin der Stadt verfolgt eigene, opportunistische Ziele. David kommt mit den Flüchtlingen ins Gespräch, freundet sich mit dem aus Syrien stammenden Universitätsprofessor Ibrahim an und hat einen Wunsch, welchen ihm die Flüchtlinge schließlich erfüllen, denn mit diesem Lager verbindet David eine ganz besondere persönliche Geschichte...

„ÜBERALL NIRGENDS lauert die Zukunft“ ist eine Metapher über Verfolgung und Flucht, über Angst, Vorurteile, Islamophobie und Antisemitismus und die Chancen der Begegnung. Vergangenheit und Gegenwart dienen einander als Gleichnis und als Zerrspiegel. Es ist ein Stück, das oftmals mit bitterem Humor den Aberwitz der Flüchtlingskrise aufzeigt. Zugleich ist es ein Appell für eine friedliche Zukunft im Nahen Osten und in der Welt.

 

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